Das Kirchenjahr oder liturgische Jahr beginnt im Unterschied zum bürgerlichen Kalenderjahr nicht mit dem 1. Jänner, sondern am ersten Adventsonntag.

Daher dauert das heurige Kirchenjahr noch genau:

Das Kirchenjahr wird von zwei großen Festkreisen geprägt, dem Weihnachtsfestkreis und dem Osterfestkreis. Dazwischen liegen die "Zeiten im Jahreskreis".

Der Weihnachtsfestkreis beginnt am ersten Adventsonntag, hat seine Höhepunkte am Christtag (25. Dezember), am Hochfest der Gottesmutter (1. Jänner, Neujahr) und am Hochfest der Erscheinung des Herrn (6. Jänner, "Dreikönigstag") und endet am Fest der Taufe des Herrn, dem Sonntag nach dem Fest der Erscheinung des Herrn.

Der Osterfestkreis beginnt mit dem Aschermittwoch, hat seinen Höhepunkt in der Feier der Karwoche, der Osternacht und des Ostersonntags, beinhaltet auch Christi Himmelfahrt (40 Tage nach Ostern) und endet sieben Wochen nach dem Ostersonntag am Pfingstsonntag.

Der Liturgische Kalender der Erzdiözese Salzburg ist auch online verfügbar.

Das Kirchenjahr ist geprägt von den verschiedenen Festtagen:

Mariä Empfängnis

Das Hochfest „Mariä Empfängnis“ ist vom Festinhalt her ein oft missverstandenes Fest. Die „unbefleckte Empfängnis“ hat nämlich nichts mit der Empfängnis Jesu im Mutterleib Mariens zu tun, sondern stellt die Einzigartigkeit der Gestalt Marias, der Tochter von Anna und Joachim, in den Mittelpunkt. Es ist das Fest der Erwählung Mariens. Nach katholischem Verständnis ist Maria vom ersten Augenblick an, als sie im Leibe ihrer Mutter Anna empfangen wurde, durch die Kraft der göttlichen Gnade ein erlöster Mensch. Das heißt, Maria ist von Anfang an frei von jeder Erbschuld, da dies im Hinblick auf ihre Berufung zur Mutter Jesu angemessen und von Gott so gewollt war. Das Fest verdankt seine Entstehung mehreren Quellen. Im Osten wurde am 9. Dezember, also neun Monate vor der Geburt Marias am 8. September, bereits um das Jahr 700 ein Fest der „Empfängnis der heiligen Anna“ gefeiert. Der Hintergrund dieses Festes war die Tatsache, dass Anna trotz ihrer Unfruchtbarkeit und ihres hohen Alters Maria empfangen hatte. Dieses Fest gelangte bald in das damals byzantinische Unteritalien und von dort nach England und Frankreich. In diesen Ländern bekam es aber schon früh den Akzent des unbefleckten Empfangenwerdens Marias, also eines Lebensbeginns ohne Erbsünde. Papst Sixtus IV. approbierte 1476 das Fest der Empfängnis der unbefleckten Jungfrau Maria. Papst Clemens XI. dehnte es 1708 auf die ganze Kirche aus. Papst Pius IX. hat 1854 die Glaubensüberzeugung, dass Maria vom ersten Augenblick ihres Lebens an von der Erbschuld frei war, feierlich als Dogma formuliert.

Weihnachten

Weihnachten ist ein religiöses Fest. Christen feiern die Geburt Jesu und damit die Menschwerdung Gottes. Das Wort „Weihnachten“ kommt aus dem Mittelhochdeutschen„ze den wihen nahten“, was „zu den geweihten, heiligen Nächten“ bedeutet. Weihnachten ist das Fest der Geburt Jesu, was nach christlichem Verständnis die Menschwerdung Gottes bedeutet. Als Ort für die Geburt nennt das Lukasevangelium Bethlehem bzw. dessen Umgebung. Jesus wird verstanden als zugleich wahrer Gott und wahrer Mensch. In ihm, so sagt es der christliche Glaube, hat sich Gott den Menschen mitgeteilt, in ihre Geschichte hineinbegeben, sich ihrer erbarmt und ihnen das Heil geschenkt. Deshalb gilt Weihnachten als Fest der Erlösung, des Friedens, der Liebe und der Zukunftshoffnung. Der historisch exakte Tag der Geburt Jesu ist unbekannt, da für die ersten Christen die historisch genaue Definition dieses Tages eher unbedeutend gewesen zu sein scheint. Neben dem Begriff „Christfest“ hat sich nach 1150 der Ausdruck „Weihnachten“, also „Heilige Nacht“, gebildet. Daraus entstand der Begriff des „Heiligen Abends“, des Vorabendes des Festes der Geburt Jesu.Weihnachten – ein Fest mit langer Geschichte.Als gesichert gilt, dass das Geburtsfest Christi bereits im Jahr 336 in der römischen Stadtliturgie gefeiert wurde. Über die Entstehungsgeschichte des Weihnachtsfestes gibt es zwei Überlieferungen. Eine Theorie geht davon aus, dass die römische Kirche mit der Terminisierung des Festes der Geburt Christi („Natalis Christi“) auf den 25. Dezember ein bewusstes Zeichen gegenüber der heidnischen Kultur setzen wollte. Dieses Datum war zuvor mit dem heidnischen Fest der Wintersonnenwende besetzt, an dem die Römer ihren Sonnengott Saturn feierten. Für Christen ist jedoch mit der Geburt Jesu „das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet“, in die Welt gekommen. Deshalb wird Jesus auch als „Sonne der Gerechtigkeit“, als „Licht der Welt“ und als „Morgenstern“ bezeichnet. Die Vertreter der zweiten Theorie meinen, dass christliche Theologen schon im 3. Jahrhundert darum bemüht waren, den im Evangelium nicht genannten Geburtstag Christi zu berechnen. Dabei sind sie auf den 25. Dezember als Tag der Geburt Jesu gekommen, weil man ihn vom 25. März, dem Tag seiner Empfängnis, berechnet hatte.

Erscheinung des Herrn - Drei König

Was viele als "Dreikönigstag", oder "Fest der heiligen drei Könige" bezeichnen, wird im christlichen Sprachgebrauch "Tag der Erscheinung des Herrn" genannt. Die "Erscheinung des Herrn" geht auf die Taufe Jesu, im Erwachsenenalter, zurück, also auf jenes Ereignis, als der Heilige Geist auf Jesus herabkommt. Die Taufe trägt somit den Charakter einer Gotteserscheinung.
Die Gestalt der "heiligen drei Könige" geht auf die Legenden (mit biblischem Kern) über die Weisen aus dem Morgenland zurück, die durch eine kosmische Erscheinung, eine Saturn-Jupiter-Planetenverbindung, ihren Weg zur Geburtsstätte Christi fanden. Dorthin bringen sie ihm Gold, Weihrauch und Myhrre als Zeichen ihrer Ehrfurcht.
Dieser Besuch von drei Magiern bei Jesus ist auch in der Bibel bezeugt.
Am "Dreikönigstag" findet die Sternsingeraktion der Katholischen Jungschar statt: Dabei gehen Kinder, verkleidet als Könige, von Haus zu Haus. Es werden Spenden für Missionsprojekte gesammelt, die Verkleidung soll an die Weisen aus dem Morgenland erinnern. Auch der Haussegen, wie z.B.: "20-C+M+B-00", wird von den Sternsingern an die Türe geschrieben. Die Buchstaben lassen sich folgendermaßen deuten: "Christus Mansionem Benedicat", was so viel wie "Christus segne dein Haus" bedeutet. C+M+B wird auch als Initialen der drei Könige gedeutet. Diese Deutung kam im 9. Jahrhundert auf. Mit der Anzahl der drei Weisen wird auch weltliche Vollkommenheit ausgedrückt. Die Weisen galten danach als Vertreter der drei Rassen, der drei Erdteile und der drei Lebensalter. Die drei Könige gelten auch als Patrone der Reisenden. Am 6. Jänner ist es auch üblich, Salz und Wasser zu segnen, ebenso die weiße Kreide der Sternsinger.

Mariä Lichtmess

Der Evangelist Lukas berichtet im 2. Kapitel, dass Maria dem greisen Simeon im Tempel von Jerusalem das göttliche Kind gereicht habe. Diese Szene zeigt das große Altarblatt von Tobias Schinagl aus dem Jahr 1673 in der Pfarrkirche von Aschau im Chiemgau. Diese hat im Erzbistum als einzige Pfarrei das Patrozinium „Darstellung des Herrn“. Und das, obwohl das Fest diesen Tages, der Volksmund spricht von „Maria Lichtmess“ oder einfach nur „Lichtmess“, lange Zeit durchaus von gehobener Bedeutung war.
An Lichtmess (2. Februar) war das Wirtschaftsjahr der Bauern zu Ende, bevorzugt rund um diesen Termin wechselten Knechte und Mägde den Dienstherrn.
An diesem Tag wurden die für das nächste Jahr benötigten Kerzen geweiht. Darum waren um diese Zeit auch Wachsmärkte, eben Licht(er)messen.
Die kirchliche Bedeutung des Festes strahlt im Gebet zu der Kerzenweihe an „Darstellung des Herrn“ auf:

Ostern

Ostern, das Fest der Auferstehung Christi, ist das älteste und höchste aller christlichen Fest. Nach einem Wort des hl. Bischofs Gregor von Nazianz (†390) überragt es alle anderen Feiertage, wie der Glanz der Sonne alle Sterne überstrahlt.
Im Unterschied zu Weihnachten ist Ostern ein bewegliches Fest. Der Ostersonntag wird immer am Sonntag nach dem ersten Vollmond im Frühling gefeiert. Er kann also zwischen dem 22. März und dem 25. April liegen. Nach dem Ostertermin richten sich auch die Termine für den Aschermittwoch (zwischen 4. Februar und 10. März), für Christi Himmelfahrt (40 Tage nach Ostern), Pfingsten (50 Tage nach Ostern) und Fronleichnam (61 Tage nach Ostern).
Vorbild des christlichen Osterfestes ist das jüdische Pessach-Fest (aramäisch Pas:cha gesprochen). An diesem wird der Auszug des Volkes Israel aus der Sklaverei Ägyptens gefeiert. Die Juden zur Zeit Jesu aßen am Abend vor diesem Fest im Familienkreis ein Lamm. Da Jesus in zeitlicher Nähe zu diesem jüdischen Fest hingerichtet worden ist und "am dritten Tag" danach, an einem Sonntag, von den Toten auferstanden ist, sahen die Christen in ihm das "wahre Osterlamm", das sogar der Sklaverei des Todes ein Ende setzen kann. Das jüdische Pas:cha (wörtliche Bedeutung: Vorübergang) bekam für sie einen neuen Sinn: Übergang vom Tod zum Leben - durch Christus.
Die Osternacht und damit das Osterfest beginnt mit dem Sonnenuntergang am Karsamstag. (Nach biblischer Tradition beginnt ein Tag immer mit dem Abend und dauert bis zum nächsten Abend).

Christi Himmelfahrt

Das Gedächtnis der Erhöhung Christi ist eines der ältesten christlichen Feste. Bis ins 4. Jahrhundert wurde die Himmelfahrt Jesu zu Pfingsten gefeiert. Seit 370 jedoch kann Christi Himmelfahrt als eigenständiges Fest, das 40 Tage nach Ostern gefeiert wird, nachgewiesen werden. Die Tage nach dem Himmelfahrtsfest werden im Gottesdienst als Vorbereitung auf die Herabkunft des Heiligen Geistes an Pfingsten begangen. Seit dem vierten Jahrhundert ist die Tradition nachgewiesen, die drei Tage vor Christi Himmelfahrt als Bitttage zu gestalten und Bittprozessionen durchzuführen.
Christi Himmelfahrt hat den Rang eines Hochfestes und betont sowohl die Wiederkunft Christi als auch seine bleibende Gegenwart in der Gemeinde. Das Fest „Christi Himmelfahrt“ stellt die letzte Begegnung Jesu mit seinen Anhängern in den Blickpunkt. Das Geschehen von Christi Himmelfahrt ist sowohl im Lukas-Evangelium als auch in der Apostelgeschichte festgehalten. Nachdem Jesus mit seinen Jüngern gesprochen hatte, so heißt es, „wurde er vor ihren Augen emporgehoben und eine Wolke nahm ihn auf und entzog ihn ihren Blicken“ (Apg 1,9). Die Himmelfahrt Jesu beendet die Folge von Erscheinungen Jesu und stellt den endgültigen Eintritt seiner menschlichen Natur in die göttliche Herrlichkeit dar. Im biblischen Sprachgebrauch wird dies durch die Rede von der Wolke und vom Himmel versinnbildlicht. Weiters ist die Himmelfahrt ein Hinweis darauf, dass Gott unsichtbar und allgegenwärtig ist.

Pfingsten

Pfingsten gehört mit Weihnachten und Ostern zu den drei größten christlichen Festen. Der Name „Pfingsten“ kommt vom griechischen Wort pentekoste (=„der 50. Tag“). Dies zeigt den zeitlichen Abstand zum Ostersonntag an. Am 50. Tag nach der Auferstehung Jesus – so erzählt die Bibel (Apostelgeschichte 2) – wurden die bis dahin ängstlichen Apostel vom Heiligen Geist erfüllt. Voll Mut und Kraft begannen sie die Botschaft von der Auferstehung Jesu zu verkünden. Viele Menschen fanden durch sie zum Glauben an Jesus Christus und ließen sich taufen. Die Kirche entstand. Deshalb wird Pfingsten auch als „Geburtstag der Kirche" bezeichnet.
Früher wurde die Herabkunft des Heiligen Geistes allgemein in der siebenwöchigen Osterzeit mitgefeiert. Als eigenständiges Fest wird Pfingsten erstmals im 4. Jahrhundert erwähnt. Es fällt immer in die Zeit zwischen 10. Mai und 13. Juni. Mit Pfingsten endet die österliche Zeit.
„Der Geist des Herrn erfüllt den Erdkreis." (Weisheit 1,7) Der Heilige Geist ist nach dem Zeugnis der Bibel die göttliche Lebenskraft. Sie kommt von Gott und ist selbst göttlich. Mit Gott-Vater und Gott-Sohn ist der Heilige Geist der eine Gott (Dreifaltigkeit Gottes; vgl. Matthäus 28,19). Gott-Vater und der auferstandene Jesus Christus sind durch ihn den Menschen aller Zeiten gegenwärtig und nahe. „Denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unseren Herzen durch den Heiligen Geist." (Römer 5,5)

Fronleichnam

Der Name Fronleichnam kommt aus dem Mittelhochdeutschen und bedeutet: vron = Herr, lichnam = lebendiger Leib. Wir feiern die bleibende Gegenwart des Herrn im Sakrament des Leibes und des Blutes. Der Donnerstag-Termin wurde gewählt, um an den Gründonnerstag anzuschließen. Am Gründonnerstag wird an das letzte Abendmahl gedacht. Daher ist das Zentrum des Fronleichnamstages die Feier der Hl. Eucharistie. Jesus ist im Tabernakel der Kirchen immer gegenwärtig und lädt uns immer wieder ein, ihn zu besuchen. Er sagt ja: "Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen." (Mt 11,28)

Mariä Himmelfahrt

Schon vor dem Konzil von Chalcedon im Jahr 451 war in der Ostkirche die Feier der leiblichen Aufnahme Mariens in den Himmel, das Fest Mariä Himmelfahrt in Gebrauch. Mindestens seit dem 7. Jahrhundert hatte die Westkirche dieses Fest am 15. August übernommen. Es wird heute als Hochfest Mariä Aufnahme in den Himmel gefeiert und hat durch die am 1. November 1950 durch Papst Pius XII. erfolgte Dogmatisierung der Aufnahme Mariens mit Leib und Seele in den Himmel einen starken Akzent erhalten. Von allen Marienfesten steht vor allen Dingen Mariä Himmelfahrt in Verbindung mit dem Brauchtum. Es wird auch Großer Frauentag genannt. Obwohl es auch früher andere Feste gegeben hat, die mit einer Kräuterweihe verbunden waren, ist es heute fast überall nur noch das Fest der Aufnahme Mariens in den Himmel. Warum gerade dieses Fest mit Kräutern in Verbindung steht, lässt sich nur spekulativ beantworten. Wohl kaum dürften die Marienlegenden ursächlich sein: Nach der Legenda aurea wurde auf Weisung eines Engels dem Leichnam Mariens eine Palme vorausgetragen; als Christus selbst drei Tage nach dem Tod seiner Mutter auf Erden erschien, um sie auf ihrem Weg in den Himmel zu begleiten, berichtet dieselbe Legende, habe sich ein unaussprechlicher Duft verbreitet. Eine jüngere Legende erzählt, als man das Grab Mariens später geöffnet habe, seien Rosen vorgefunden worden.

Allerheiligen

Der Tag dient dem Gedenken "aller Heiligen", Märtyrer und Verstorbenen, die bereits zur Vollendung mit Gott gelangt sind. Im Vordergrund steht jedoch nicht die Trauer und das Gedenken der Verstorbenen. Wie der Name sagt, geht es vielmehr um das Gedenken aller "heiligen Menschen", wobei mit "heilig" hier nicht die offizielle Heiligsprechung von Märtyrern, die wegen ihres Glaubens gestorben sind, gemeint ist. In diesem Zusammenhang sind die Menschen damit gemeint, die Gott einen Platz in ihrem Leben einräumen. Diese Menschen werden nach ihrem Tod die höchste Vollendung in Gemeinschaft mit Gott erreichen. Diesen "alltäglichen Heiligen" ist der Feiertag gewidmet.
Grundlegende Voraussetzung sind die christliche Überzeugung, daß durch Jesus Christus der Tod überwunden wurde und daß durch ihn eine Verbindung zwischen Lebenden und Toten besteht, sowie der Glaube an bzw. die Hoffnung auf die Auferstehung.