Die Pfarre Thierbach wurde bis zum Jahre 1791 von Alpbach aus seelsorglich betreut. Dies war natürlich für die Kirchenbesucher mit erheblichen Mühen und Schwierigkeiten verbunden, da der Weg nach Alpbach über den Höslpaß weit und in den Wintermonaten sehr beschwerlich und gefährlich war. Auch die Toten mußte man zur Bestattung über diesen Weg nach Alpbach bringen.

Durch die Reformen des Kaisers Josephs II. wurde der sogenannte Religionsfond gegründete, der auch zur Finanzierung der Pfarrkirche in Thierbach Geld und Einrichtungsgegenstände zur Verfügung stellte. Die treibende Kraft für den Kirchenbau war Johann Kostenzer vom Klinglerhof. Er war in der Zeit von 1779 bis 1805 Verwalter des Kirchenprobst, von 1798 bis 1840 Gerichtsdeputierter und von 1825 bis 1828 sogar Bürgermeister der Wildschönau.

Den Kirchenbau leitete der Maurermeister Johann Huber aus Breitenbach. Laut Rechnung vom 6. Februar 1799 kosteten Kirche und Widum 3751,00 Gulden, wovon die Thierbacher mehr als 2000,00 Gulden selber aufbrachten. Das übrige Geld zahlte der Religionsfond.

Die Kirche wurde am 30. Oktober 1790 vom Dechant von Reith eingesegnet.

Die feierliche Kirchenweihe durch Kardinal-Erzbischof Friedrich Fürst zu Schwarzenberg fast jedoch erst am 3. Juli 1839 statt.