Kapellen in Thierbach


In der Pfarre Thierbach gibt es neben der Friedhofskapelle fünf Kapellen, die von der Bevölkerung gerne für ein stilles Gebet aufgesucht werden. Diese kleinen Stätten des Glaubens wurden oft aus Dankbarkeit errichtet, aber auch, weil es früher einfach nicht möglich war, täglich den weiten Weg zur Kirche zu bewerkstelligen. Dafür traf man sich in der nahen Kapelle zum gemeinsamen Gebet. Auch heute noch werden in einigen Kapellen regelmäßig Rosenkränze und Kreuzwege gebetet.

Waldkapelle

Im Jahre 1860 wurde um Erlaubnis zur Sanierung einer 200 Jahre alten Kapelle angesucht. Die Initialen an der Tür mit der Jahresjahr 1861 deuten auf die damalige Renovierung hin. Die Kapelle ist der Hl. Muttergottes geweiht. Noch heute gibt es eine schaurige Legende über eine Statue der Gottesmutter, die aus der Kapelle gestohlen wurde. Neben einigen Heiligen- und Andenkenbildchen schmücken zwei größere Bilder, ein Kreuzweg und eine bekleidete Holzstatue die Kapelle.

Urslaukapelle

Diese Kapelle dürfte zu Beginn des 19. Jhd. direkt beim Hof "Urslau" errichtet worden sein. Erst im Jahre 1942 wurde sie an den Waldrand versetzt. Die Kapelle ist den Hll. Aposteln Petrus und Paulus geweiht. Die Holzkapelle wird geschmückt von einem Hauptbild mit einer seltenen Darstellung des Hl. Paulus vor Christus, einigen Andenkenbilchen, sowie Bilden und Büsten. Der dritte Bittgang von Thierbach führt zu dieser Kapelle.

Marcherkapelle

Diese Hauskapelle steht gleich neben dem Hof "March", an der einstigen Grenze zwischen Oberau und Alpbach. Die Kapelle dürfte wohl so alt sein wie der Hof selbst, der Weg zur Kirche nach Alpbach oder Oberau war ja von hier aus sehr weit. Die Kapelle ist Hl. Muttergottes geweiht und beherbergte lange Zeit eine Monstranz des Pfr. Johann Margreiter, der vom "March-Hof" stammte. Der zweite Bittgang in Thierbach führt zu dieser Kapelle.

Enttalkapelle

Wegen der ständigen Hochwassergefahr in diesem Gebiet wurde im 18. Jhd. diese Kapelle errichtet und auch dem Hl. Johannes Nepomuk geweiht. Eine Legende über eine verdorrte Hand der Hl. Anna läßt diese Kapelle etwas geheimnisvoll erscheinen. Neben Heiligen- und Andenkenbildern schmückt die Kapelle ein großes Bild des Hl. Johannes von Nepomuk und eine bekleidete Holzstatue der Hl. Maria. Der erste Bittgang in Thierbach führt zu dieser Kapelle.

Holzalmkapelle

Diese Kapelle ist wieder ein Zeugnis von überaus großem Gottvertrauen: Nachdem beim Bauer vom Hof "Holzalm" eine Lungentuberkulose festgestellt wurde, konnte dieser im Jahre 1917 diese sehr heimelige Kapelle errichten, da es auf wundersame Weise geheilt wurde. Die Kapelle ist der Hl. Muttergottes geweiht und wird auch von einigen großen Bildern mit der Darstellung der Gottesmutter geschmückt.